Kunstmanager/ Kunstmanagerin


Basisinfo
Zur Sicherung der wirtschaftlichen Basis künstlerischen Schaffens kommt dem gesamten Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und dem Kunstmanagement größte Bedeutung zu. Der Verkauf von Bildern und Skulpturen erfolgt zum überwiegenden Teil über Galerien, welche meist in Zusammenarbeit mit den Kunstschaffenden Ausstellungen organisieren, Kunstmessen beschicken und Kontakte ins Ausland vermitteln.

Tätigkeitsmerkmale
Der internationale Trend ist eindeutig: Ohne Finanzspritzen aus der Wirtschaft läuft im Kulturbetrieb nur mehr wenig. Oftmals ist potenziellen Sponsor-Unternehmen allerdings nicht klar, welche Aktivitäten sie fördern sollen, die Frage lautet also: "Welcher Kulturzweig bzw. welche Förderungsform passt zum Image des Unternehmens?". Während das Sozial-Sponsoring (d.h. die finanzielle Unterstützung sozialer, karitativer Institutionen und Projekte durch Wirtschaftsunternehmen) auch in Europa eine bereits längere Tradition hat, entwickelte sich in den letzten Jahren auch das Kultursponsoring (v.a. nach Vorbild US-amerikanischer Unternehmen). Das Spektrum umfasst dabei den Ankauf von Kunstwerken, Stiftungen, mit denen KünstlerInnen unterstützt werden, Foundations, in denen kostenintensive Ausstellungen gestaltet werden u.v.a.m.
Umgekehrt ist die Mehrzahl der KünstlerInnen bzw. das Zustandekommen künstlerischer Veranstaltungen von finanziellen Zuschüssen abhängig. Insbesondere dort, wo die öffentliche Hand nicht mehr ausreichende Finanzierungsgrundlagen bieten kann, liegt das Aufgabengebiet von KunstmanagerInnen.

Berufliche Anforderungen
Sehr gute Allgemeinbildung, künstlerische und wirtschaftliche Kenntnisse, Bereitschaft zur Weiterbildung, gutes sprachliches Ausdrucksvermögen, gute Fremdsprachenkenntnisse, Präsentationskenntnisse, soziale Kompetenzen, gutes Auftreten, Kontaktfreude, Beratungs- und Verhandlungskompetenz, Verkaufstalent, Organisationstalent, grundlegende IT-Kenntnisse, Bereitschaft zu unregelmäßigen Arbeitszeiten, Belastbarkeit, Flexibilität, Anpassungsfähigkeit, Bereitschaft zur Mobilität; z.T. auch interkulturelle Kompetenz.

Ausbildungswege
Es gibt keine verbindliche Ausbildung für Berufe in diesem Bereich. Als Studienrichtungen bieten sich z.B. Kunstgeschichte oder Theaterwissenschaften an, aber auch wirtschaftswissenschaftliche Studien verbunden mit Fachkenntnissen im Kunstsektor gelten als möglicher Einstieg.
Die Fähigkeiten und Kenntnisse, die Kulturmanagement verlangt, werden oftmals in Form von Weiterbildungsmaßnahmen erworben. Einschlägige Weiterbildungsangebote sind z.B. der Universitätslehrgang für Kulturmanagement oder der Universitätslehrgang Kultur und Organisation. Die Zusatzausbildungen im Kulturmanagement richten sich v.a. an Personen mit einschlägiger Vorbildung im Kultur- und Medienbereich.

Beschäftigungsmöglichkeiten
KunsthändlerInnen sind v.a. für Galerien, Kunsthandlungen und Auktionshäuser tätig. KunstmanagerInnen arbeiten sowohl selbstständig bzw. freiberuflich als auch angestellt im Agenturwesen. Weitere Arbeitsmöglichkeiten bieten sich im öffentlichen Dienst (v.a. in der Kulturverwaltung bei Ländern und Gemeinden), bei großen Veranstaltungen (Festivals, Jubiläumsfeiern u.ä.), zum Teil aber auch bei großen Wirtschaftsunternehmen, wo sie für Sponsoringprojekte, Foundations u.ä. zuständig sind.